6. – 8. Schuljahr

Ahmet Camuka

Digitales Daumenkino

Eine Zeichentrick-Animation als Loop erstellen

Animationen eignen sich bestens dafür, mit wenigen Bildern Abläufe oder Loops (Kreisläufe in Schleifen) zu verdeutlichen (s. Kasten: WISSEN).
Animation/ Apps
WISSEN
Animation/ Apps
Animationen umfassen verschiedene Techniken des bewegten Bildes, u.a. sind diese Stop-Motion-Techniken wie Knetanimation, Legetrick, Pixilation oder Zeichentrick.
Mit Apps wie „Folioscope (nur iOS, ähnliche oder mehr Möglichkeiten bieten FlipaClip (iOS, Android), Animation Desk, Kdan Mobile (iOS & Android), FlipPad (iOS), Animation Creator (iOS), s. didapptic.com) können in kurzer Zeit einfache, „klassische Zeichentrick-Animationen oder überzeugende (kurze) Zeichentrickfilme erstellt werden. Die reduzierten Werkzeuge sind sehr hilfreich, wenn es darum geht, schnell zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.
Zugleich zeichnen sich hochwertige Animationen dadurch aus, dass sie eine enge Bildfolge aufweisen.
Ziel dieser Übungen ist, den Schülerinnen und Schülern die Grundprinzipien des bewegten Bildes verständlich zu machen und sie in grundlegende Techniken einzuführen.
Die Vorteile des digitalen Daumenkinos
Sicher ist es sinnvoll, sowohl analoge als auch digitale Verfahren bei der Erstellung von Animationen kennenzulernen. Bei der analogen Variante können die Lernenden die Einzelbilder tatsächlich haptisch begreifen und aneinanderreihen (s. auch Kunst 5 –10 „Bildergeschichten Nr. 13/2008, Daumenkinos erstellen, S.10ff.). Die Vorteile des Digitalen liegen auf der Hand: Das mobile Medium ermöglicht das direkte Ausprobieren, das „Blättern gelingt im Vergleich zu selbst erstellten Daumenkinos fehlerfrei. Einzelne Bildelemente (und Hintergrundebenen) können dupliziert, verschoben oder in umgekehrter Reihenfolge wieder eingesetzt werden. Digitales Arbeiten bedeutet außerdem, reversibel erproben zu können. Fast jeder Arbeitsschritt kann rückgängig gemacht werden. Die Abspielgeschwindigkeit kann angepasst werden. Zudem können Loops mit Anschlüssen des letzen an das erste Bild digital realisiert und abgespielt werden.
Betrachten von Animations- beispielen
Als Einstieg empfiehlt sich die gemeinsame Betrachtung einer einfachen Animation: Die Animation „Ball hüpft (s. QR-Code, https://www.fr-v.de/19359-videos) wird den Schülern gezeigt, dazu bekommen sie den folgenden Arbeitsauftrag:
Arbeitsauftrag 1
  • Betrachte die Animation „Ball hüpft aufmerksam und diskutiert anschließend zu zweit: Wie viele Einzelbilder wurden verwendet? Schätzt!
  • Bei der Animation, die du gesehen hast, handelt es sich um einen „Loop, d.h. eine Schleife. Du kannst ganz leicht eigene Loops erstellen:
  • Zeichne mit Bleistift auf Papier z.B. einen Pfeilkreis in vier Bildern, der sich dreht (Abb.1 ).
  • Wie kannst du die Kreisbewegung flüssiger/geschmeidiger machen?
Welche Kriterien muss ein gelungener Loop erfüllen?
Die Schüler schätzen zunächst die Anzahl der Bilder und diskutieren anschließend, was das Besondere an der gezeigten Animation „Ball hüpft ist. Beim Zusammentragen der Vermutungen wird deutlich, dass es ihnen schwerfällt, die Anzahl der Bilder zu ermitteln oder eine angemessene Bildrate für Animationen zu benennen. Einige wenige konnten sich an der klassischen Bildrate von 24 Bildern pro Sekunde bei Spielfilmen orientieren. Ich erkläre, dass die gezeigte Animation aus exakt 17 Einzelbildern besteht und frage, weshalb dies so schwer zu erkennen ist. Im folgenden Unterrichtsgespräch lenke ich die Aufmerksamt auf die Schleife, d.h. den Loop in der Animation. Hierzu zeige ich ihnen die einfache Animation „Pfeilkreis (s. QR-Code, https://www.fr-v.de/19359-videos). Im Arbeitsauftrag 1 haben die Lernenden bereits den Loop als Prinzip des digitalen Daumenkinos selbst kennengelernt und ausprobiert. Durch das handelnde Erproben in einfachen Skizzen ermitteln sie aus der Praxis heraus Kriterien eines gelungenen Loops. Beim Zusammentragen verständigt sich die...

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