7. – 8. Schuljahr

Sabine Soukup

Visionäre Erfindungen

Objektassemblagen der Zukunft

In dieser Unterrichtseinheit lernen die Schülerinnen und Schüler den Prozess von der Idee zum fertigen Produkt anhand von Science-Fiction-Produkten kennen. Zu dem Thema habe ich mich entschieden, weil es verschiedene technische Herangehensweisen zulässt, ohne eine Wertung oder Aussagen über die Richtigkeit der Umsetzung zuzulassen, da es keine Verifizierungsmöglichkeit für Zukünftiges gibt. Ziel ist es, über das Experimentieren mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen die Qualitäten dieser und das Verhalten verschiedener Materialien in der Assemblagetechnik kennenzulernen. Das Thema ist zudem sehr zeitgemäß, da man sich mit aktuellen und zukünftigen Problemen auseinandersetzen muss. Da Zukunft jede/jeden betrifft und mit individueller Interessensetzung betrachtet werden kann, bietet es sich optimal für die Jugendlichen an. Gerade für den Bau eines Zukunftsprodukts mittels der Assemblage und das experimentelle Erlernen von Materialverhalten ist ein freies Thema sehr geeignet, da kein direkter Vergleich mit anderen Werken stattfindet. Auch entspricht Science-Fiction dem alterstypischen Interesse der Schüler.
Das Thema wird über acht Doppelstunden bearbeitet. Diese habe ich zunächst grob in drei verschiedene Sequenzen mit verschiedenen Lernzielen und Arbeitsweisen eingeteilt. Zunächst nähern wir uns dem Thema mit historischen Beispielen skurriler Erfindungen (s.→ Infoblatt „Historische Zukunftsvisionen ). Daraufhin soll ein Alltagsproblem verbalisiert werden, für welches in einem weiteren Schritt ein Produkt erfunden wird, das die Problemsituation erleichtert. Über diese Erfindung wird erst ein Aufsatz geschrieben, in dem beschrieben wird, für welche Situation das Produkt entwickelt wurde und wie es genau funktioniert. Ausgehend von dieser Verschriftlichung wird eine Produktskizze angefertigt, die die Form und Funktionsweise der Erfindung visualisiert. Diese wird dann schließlich in einem dritten Schritt in ein dreidimensionales Modell in Form einer Assemblage übersetzt. Die Unterrichtseinheit geht also von der Idee über die Verbalisierung, die Verschriftlichung und den gezeichneten Entwurf hin zum dreidimensionalen Werk, dem collagierten Modell.
Einstieg ins Thema Science-Fiction
Anhand von Bildbeispielen und den persönlichen Erfahrungen der Schüler mit dem Thema Science-Fiction werden im Austausch erste Überlegungen zum Erfinden von Zukunftsprodukten angestellt. TIPP: Es können auch Filmausschnitte aus Science-Fiction-Filmen der letzten Jahrzehnte, wie zum Beispiel aus „Zurück in die Zukunft oder „Wall E, gezeigt werden (s. QR-Codes ). Ein Verweis auf die Geschichte von Ikarus verdeutlicht den Schülern, dass Zukunftsvisionen immer der jeweiligen Zeit entsprechen. Anschließend erhalten die Schüler das Infoblatt „Historische Zukunftsvisionen skurrile Erfindungen. Anhand dessen soll in Kleingruppen besprochen werden, wie sich die Menschen früher die Zukunft vorgestellt haben und wie sich die damaligen Visionen von den heutigen unterscheiden oder gleichen.
Arbeitsauftrag 1:
  • Beschreibe die historischen Zukunftsvisionen auf den Abbildungen (s. Infoblatt „Historische Zukunftsvisionen). Notiere deine Erkenntnisse zur „historischen Vorstellung und „heutigen Vorstellung des damaligen Zukunftobjekts in dein Kunstheft.
  • Präsentiere dein Ergebnis in der Klasse.
Ein problemlösendes Zukunftsprodukt ausdenken
In der Folgestunde werden zu Beginn die Erkenntnisse zu den Abbildungen der letzten Stunde wiederholt. Nun geht es weiter mit dem zweiten Teil, dem Kommunizieren, Verschriftlichen und Skizzieren von Ideen, also den eigenen Zukunftserfindungen. Hier ist es wichtig, dass die Schüler lernen, Probleme ihrer Lebenswelt zu erkennen, Ideen zur Lösung dieser zu entwickeln und diese anderen mit verschiedenen Medien verständlich zu übermitteln. Zunächst soll hierfür ein Problem im eigenen Alltag gefunden werden, das...

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