7. – 10. Schuljahr

Astrid Rübling

Schüler machen „blau

Kunstobjekt aus alten Jeans

Die Jeans ist Kult geworden und kommt scheinbar nie aus der Mode. Nach ihrer Erfindung als stabile Arbeitskleidung der Goldgräber trat sie schnell weltumspannend ihren Siegeszug an. Aus dem Alltag der Menschen sind Jeans nicht mehr wegzudenken. Jeder besitzt mehrere Exemplare und gibt im Laufe der Zeit natürlich auch das ein oder andere gute Stück wieder ab. Doch zum Wegwerfen ist die Jeans viel zu schade! Eine ideale Gelegenheit, Schülerinnen und Schüler in puncto Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.
Gerade im Fach Kunst besteht die Möglichkeit, einen verantwortlichen Umgang mit Materialien zu festigen und dabei die Aspekte der Nachhaltigkeit im Bewusstsein der Schüler zu vertiefen. In der Auseinandersetzung mit ökologischen Fragestellungen erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis für die komplexen Zusammenhänge im Bereich der nachhaltigen Entwicklung.
Vor allem auch die Herstellung der Jeans sollte im Hinblick auf soziale und ökologische Aspekte hin beleuchtet werden, wodurch das Thema Wieder- oder Aufwertung alter, aussortierter Jeans in den Fokus rückt.
Jeanscollage-Kunst
Beim Trendthema „Upcycling, besonders mit Jeans, sind Schüler sehr aufmerksam und entwickeln schnell großes Interesse. Bei der dementsprechenden Internetrecherche stößt man dann auch auf einen besonderen Meister seines Fachs. Auf den britischen Künstler Ian Berry, der sich selbst „Denimu nennt (s. QR-Codes ). Er verwendet gebrauchte Jeans, zerschneidet sie und arrangiert sie zu Kunstwerken. Mit einer scharfen Schere schneidet er die Hosen in Stücke und gestaltet aus ihnen realistisch anmutende Bilder, die unter anderem aus den unterschiedlichen Farbnuancen des Jeansstoffs entstehen. Von Weitem sehen diese fast aus wie blau getönte Fotografien, und man erkennt kaum, dass es sich um viele Schichten und Schattierungen von Jeans handelt.
Neben der Sensibilisierung zur Nachhaltigkeit nimmt das Gestalten mit dem blauen Stoff einen herausragenden Platz im Unterrichtsgeschehen ein. Jeanskunst ist eine perfekt zugeschnittene Möglichkeit, bei den Schülern das Grundrepertoire bildnerischer Verfahren (s. Poster „Collage) zu erweitern.
Das Material bietet wunderbare Möglichkeiten, Farbe und Struktur zu erkennen, zu deuten und beim Erschaffen eines eigenen Werks vielseitig zu nutzen. Durch die kreative Aufgabe, Jeans in Stücke zu schneiden und bildschaffend, collageartig aufzukleben, werden die Schüler in ihrer Gestaltungskompetenz gestärkt.
Upcycling alter Jeanshosen
Durch die Lernpartnerschaft unserer Schule mit einem Kaufhaus und der damit verbundenen Möglichkeit, ein Schaufenster zu gestalten, entstand die Idee, ein großformatiges Jeanskunstbild zu erstellen. Um die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen, entschieden sich die Schüler, ein Porträt zu gestalten. Bei der Suche nach einer interessanten Vorlage fiel die Wahl auf das Gesicht der Venus von Botticelli (s. QR-Code ).
Nun konnte das Projekt umgesetzt werden. Das Team teilte sich auf in Materialbeschaffung und Schablonenherstellung. Hierzu wurde das Gesicht der Venus mittels Overheadprojektor oder Beamer auf ein Vielfaches vergrößert und auf einen großen Papierbogen übertragen (Abb.1 ). Wir spiegelten unsere Venus, da wir sie aus bildgestalterischen und schaufenstertechnischen Gründen nach rechts blicken lassen wollten. Der Wiedererkennungswert der Venus von Botticelli sank dadurch natürlich, uns war aber die detailgetreue Nachahmung weniger wichtig, als dieses wunderschöne, durchaus moderne Gesicht, einfach als Grundstock einer Gesichtsproportion nutzen zu können. Parallel dazu wurden alte, gebrauchte Jeanshosen zunächst zu möglichst großen Teilen zerschnitten, Nähte schmalkantig abgetrennt (Abb. 6 ) und für die Haarpracht beiseitegelegt. Je nach Färbung der Stoffteile konnte man die passende Partie im Gesicht unserer Jeansdame bereits deuten So entschieden sich die Schüler z....

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