5. – 6. Schuljahr

Melanie Appelt / Achim Prigge

Futuristische Raumschiffe

Objektcollagen bauen

Die Anregung für diese Unterrichtsidee bildet die Arbeit „Schiff 4 (2015) von Nandór Angstenberger (Abb. 1 und Kasten: WISSEN I). Als stillen Impuls zeige ich zunächst eine Detailaufnahme des Werks (s. QR-Code ). Die Schülerinnen und Schüler beginnen zu spekulieren, was es mit dem Gezeigten auf sich haben könnte. Sie erkennen Alltagsgegenstände, wie bspw. einen Buntstift und Rührlöffel, und haben Freude am detektivischen Rätseln. Die nächste Abbildung zeigt einen vergrößerten Bildausschnitt. Die Lernenden erkennen nun Strukturen, die sich durch Wiederholungen des Materials ergeben. Die nächste Einstellungsgröße erinnert an Modellbau es werden unterschiedliche Gefüge sichtbar, die z. B. ein Geländer oder Treppen andeuten. Zuletzt werden Abbildungen des Objekts aus verschiedenen Ansichten gezeigt. Die Schüler assoziieren passend zum Titel ein Schiff, merken aber auch an, dass dieses sie eher an Darstellungen aus ihnen bekannten Science-Fiction-Filmen erinnert, denn an ein reales Schiff.
Wissen I: Nandór Angstenberger

Wissen I: Nandór Angstenberger
Nandór Angstenberger (geb. 1970) collagiert in seinen Installationen (Abfall-)Materialien unserer Überflussgesellschaft. Die kleinteiligen Gegenstände, wie Wattestäbchen, Plastikbesteck etc., ordnet der Künstler so an, dass sie geordnete Strukturen bilden. Diese Anordnungen werden wiederum mit vielen weiteren kombiniert und abschließend durch den Einsatz von monochromer Oberflächengestaltung zu einem Gesamtgefüge, in welchem das ursprüngliche Material „verrätselt wird. Die fertigen Objekte erinnern an futuristische Städte oder Raumschiffe.
Sicherung als Tafelanschrieb
An der Tafel sichere ich die im Unterrichtsgespräch erarbeiteten Begriffe, die für die folgende Aufgabe relevant werden:
  • Alltagsgegenstände, Verpackungen, Müll
  • Strukturen, Wiederholung, Reihung, Rhythmus
  • Einheitliche Farbigkeit (bis auf wenige Ausnahmen)
  • Gebautes, Science-Fiction, (Raum-)Schiff
Raumschiff-Ingenieure
Das ausgewählte Kunstwerk hat die Neugier und die Motivation der Lernenden geweckt, eigene Raumschiffe nach dem Vorbild Angstenbergers zu entwickeln.
Arbeitsauftrag 1
  • Baut zu zweit ein Modell eines Science-Fiction-Raumschiffs!
  • Bringt zur nächsten Stunde einen (Schuh-)Karton, Verpackungen, ausgediente Kunststoffgegen-stände usw. mit.
Spielerisches Vorgehen
Bei dieser Unterrichtsidee verzichte ich auf eine planerische Vorarbeit der Lernenden zugunsten eines spontanen, spielerischen Umgangs mit dem vorgefundenen Material, aus dem sukzessiv etwas Neues entstehen soll (s. hierzu Kasten: WISSEN II).
Wissen II: Bricolage
Wissen II: Bricolage
Der Begriff der Bricolage (von franz. bricoler = (zusammen-)basteln) wurde vom Anthropologen Claude Lévi-Strauss entwickelt. Er beschreibt eine Denkweise bzw. ein improvisiertes Vorgehen, bei dem vorgefundene Dinge zur Problemlösung genutzt werden, anstatt auf Spezialwerkzeug zurückzugreifen.
Um auf möglichst vielfältiges, sinnentleertes und unerwartetes Arbeitsmaterial zugreifen zu können, legen wir eine Materialbörse an, aus der alle schöpfen können. Erstaunt stehen die Schüler diesem Berg an Wegwerfartikeln, Verpackungsmüll und ausgedienten Alltagsgegenständen gegenüber (Abb. 2 ). Allein die Menge an vergeudeten Ressourcen macht den Lernenden deutlich, wie unbedacht und verschwenderisch wir im Alltag mit diesen Einwegprodukten umgehen.
Arbeitsauftrag 2
  • Nutzt einen (Schuh-)Karton als Grundlage für euer futuristisches Raumschiff-Modell.
  • Montiert mithilfe einer Heißklebepistole unterschiedliche Materialien als Flächenerweiterungen und Aufbauten.
  • Setzt bei der Montage die Gegenstände in neue formale Gefüge und Strukturen, indem ihr z.B. Reihungen und Wiederholungen verwendet.
  • Gebt eurem Modell ein technisches, futuristisches Aussehen, indem ihr senkrechte und waagerechte Anordnungen des Materials wählt.
Vorbere...

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